Gespräch zwischen Berlin und Warschau über Nawalny ~ Kongseb

In meinem Artikel vom 3. September über die angebliche Vergiftung von Alexei Nawalny habe ich gemeldet, der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat dem russischen Premierminister Michael Mischustin mitgeteilt, dass der weissrussische Geheimdienst ein Gespräch zwischen Deutschland und Polen abgefangen habe, was darauf hindeute, dass Nawalny nicht vergiftet worden sei. Lukaschenko versprach, die Aufnahme dem russischen Bundessicherheitsdienst zu übergeben. Hier die Abschrift des Gesprächs, das in Englisch zwischen Warschau und Berlin geführt wurde.

Warschau: Hallo! Guten Tag, Nick. Wie geht es Ihnen?


Berlin: Alles scheint nach Plan zu laufen ... das Material über Nawalny ist fertig. Es wird an das Büro der Bundeskanzlerin weitergeleitet. Wir warten auf ihre Erklärung. 


Warschau: Ist die Vergiftung definitiv bestätigt?


Berlin: Hören Sie, Mike, in diesem Fall ist das nicht so wichtig... Es herrscht Krieg... Und im Krieg sind alle Methoden erlaubt.


Warschau: Ich stimme zu, wir müssen Putin davon abhalten, seine Nase in die Angelegenheiten Weissrusslands zu stecken... Der effektivste Weg ist, ihn in den Problemen Russlands zu ertränken, und davon gibt es viele! Ausserdem werden sie in naher Zukunft Wahlen haben, den Wahltag in den Regionen Russlands.


Berlin: Das ist es, was wir tun. Wie geht es in Weissrussland allgemein?


Warschau: Um ehrlich zu sein, nicht so gut. Präsident Lukaschenko erwies sich als eine harte Nuss, die es zu knacken galt. Sie sind professionell und organisiert. Es ist klar, dass Russland sie unterstützt. Die Beamten und das Militär sind dem Präsidenten gegenüber loyal. Wir werden den Rest während des Treffens besprechen, nicht per Telefon.


Berlin: Ja, ja, ich verstehe, dann bis später, tschüss.


Warschau: Tschüss. 

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Die Bundesregierung hat die Behauptung von Lukaschenko als "unwahr" zurückgewiesen.  

"Natürlich entspricht die Aussage von Herrn Lukaschenko nicht der Realität. Gestern haben die Bundeskanzlerin, der Aussenminister und der Verteidigungsminister ihre Ansichten zu den neuen Umständen im Fall der Vergiftung von Nawalny zum Ausdruck gebracht. Es gibt nichts hinzuzufügen", sagte der Regierungssprecher.

Der Sprecher des Kreml sagte, es werde die Gesprächsdaten analysieren. Bisher habe die deutsche Regierung keinerlei Beweise für ihre Behauptung einer Vergiftung vorgelegt.


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